
Rolex GMT Master II: Geschichte, Referenzen und was sie auf dem Gebrauchtmarkt wert sind
1954. Ein Cockpit irgendwo über dem Atlantik, Transatlantikflüge noch ein Privileg für wenige. Die Piloten der Pan American World Airways gehörten zu den Ersten, die routinemäßig zwischen Zeitzonen pendelten — und die damit ein Problem hatten, das es zuvor kaum gab: Wie behält man den Überblick über zwei Zeiten gleichzeitig, ohne die Konzentration zu verlieren?
Rolex löste das Problem. In Zusammenarbeit mit Pan Am entwickelt, zeigte die GMT Master als erste Uhr überhaupt zwei Zeitzonen gleichzeitig — eine über den klassischen Stundenzeiger, eine zweite über einen zusätzlichen 24-Stunden-Zeiger und die zweifarbige Lünette. Praktisch, präzise, und innerhalb weniger Jahre zur Ikone geworden.
Von der GMT Master zur GMT Master II
1982 erschien die GMT Master II — mit einer entscheidenden Verbesserung: Der Stundenzeiger lässt sich nun unabhängig vom Minutenzeiger verstellen. Das bedeutet, man kann die lokale Zeit beim Wechsel in eine neue Zeitzone anpassen, ohne die Chronometerfunktion zu beeinflussen. Für Vielreisende ein erheblicher Unterschied im Alltag.
Das Oyster-Gehäuse — wasserdicht bis 100 Meter, mit verschraubter Krone — schützt das Perpetual-Werk zuverlässig unter allen Bedingungen. Die zweifarbige Lünette erfüllt dabei nicht nur eine ästhetische Funktion: Die helle Hälfte steht für den Tag, die dunkle für die Nacht — eine schnelle visuelle Orientierung auf einen Blick.
In der Popkultur hat die GMT Master II ebenfalls ihren Platz gefunden: Timothy Dalton trug sie 1989 in "James Bond: Lizenz zum Töten", und Ben Affleck als CIA-Agent Tony Mendez im Thriller "Argo" (2012).
Die wichtigsten Referenzen im Überblick
Ref. 16710 — der vielseitige Klassiker
Produziert von den späten 1980er Jahren bis 2007, war die 16710 in mehreren Lünettenvarianten erhältlich: "Pepsi" (rot-blau), "Coke" (rot-schwarz) und schwarz. Gerade die "Coke"-Variante ist heute auf dem Gebrauchtmarkt gesuchter als je zuvor — ein Auslaufmodell, das Sammler zunehmend für sich entdecken.
Ref. 116710LN — der Einstieg ins Cerachrom-Zeitalter
Eingeführt 2007, war die 116710LN eines der ersten GMT-Modelle mit Cerachrom-Keramiklünette. Schwarz, kratzerresistent, UV-beständig. Angetrieben vom Kaliber 3186 — robust, präzise, bewährt. Ein solides Stück für den Träger, der Funktion über Farbe stellt.
Ref. 126710BLRO — die "Pepsi"
2018 eingeführt, ist die aktuelle "Pepsi" mit rot-blauer Cerachrom-Lünette und Jubiläumsarmband das wohl bekannteste GMT-Modell überhaupt. Das Kaliber 3285 macht sie zum technisch ausgereiftesten GMT derzeit. Wartelisten beim Authorized Dealer, stabile Premiumpreise auf dem Graumarkt — die Nachfrage spricht für sich.
Ref. 126710BLNR — der "Batman"
Erstmals 2013 erschienen, 2019 mit Jubiläumsarmband und Kaliber 3285 aktualisiert. Die schwarz-blaue Lünette ist subtiler als die Pepsi — und deshalb bei einem anderen Käuferprofil beliebt: Träger, die Erkennbarkeit schätzen, ohne zu laut aufzutreten. Auf dem Gebrauchtmarkt einer der konstantesten GMT-Werte.
Ref. 126711CHNR — der "Root Beer"
Eingeführt 2018, kombiniert die "Root Beer" eine schwarz-braune Cerachrom-Lünette mit Everose-Gold und Edelstahl — das sogenannte Rolesor-Gehäuse. Die luxuriöseste Variante im GMT-Lineup, mit einem entsprechend anderen Preisniveau. Für Sammler, die den GMT-Charakter mit einem edeleren Auftreten verbinden möchten.
GMT Master II als Wertanlage
Wer den GMT Master II als Anlage betrachtet, liegt in guter Gesellschaft. Besonders die aktuellen Stahlmodelle — Pepsi und Batman — halten ihren Wert konstant über dem Listenpreis. Auslaufende Referenzen wie die 16710 "Coke" oder die frühen Cerachrom-Modelle werden mit wachsendem Abstand zur Produktion seltener und entsprechend teurer. Mehr zur Logik dahinter findet sich in unserem Artikel Rolex als Wertanlage.
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